Lichtbad
Les Bains des Docks, Le Havre/F-
Foto: Philippe Ruault, Nantes
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Die Außenansicht des Gebäudes lässt nichts von der...
Foto: Philippe Ruault, Nantes
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Großes Bild: Das große Sportbecken liegt...
Foto: Clement Giullaume
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Die Tageslichtführung sorgt für ein besonderes...
Fotos (2): Philippe Ruault, Nantes
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Der Badegast erlebt über die Lichtöffnungen immer...
Foto: Philippe Ruault, Nantes
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Die Umkleiden werden aus Lichtschlitzen mit...
Foto: Roland Halbe, arturimages
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Der schluchtartige Umgang wirkt dramatisch. Die in...
Foto: Roland Halbe, arturimages
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Jean Nouvel
wurde am 12. August 1945 im französischen Fumel geboren. Er studierte an der Ecole des...
Wo Himmel, Licht und Wasser dominieren – an Frankreichs Atlantikküste gibt es seit kurzem ein „lichtarchitektonisches“ Badeerlebnis. Jean Nouvels Bains des Docks in Le Havre ist die architektonische Referenz an eine von Licht und Wasser bestimmte Landschaft.↓
Außen kompakt – innen labyrinthisch
Vom Grundriss her präsentiert sich das Badegebäude als ein allseits geschlossenes Rechteck in dessen vorderem Teil auf maximal zwei Stockwerken die Eingangs-, Umkleide- und Dienstleistungsbereiche untergebracht sind. Wohingegen im hinteren Bereich etwas zueinander versetzt die überdachten, labyrinthischen Badebereiche wie auch das große nach oben hin offene Außenschwimmbecken sich anschließen. Es zeigt sich nicht nur aus Gründen des Windschutzes als vorteilhaft, dass das große Becken in das Gebäude integriert wurde. Der Ausblick bzw. Einblick erfolgt durch die für alle Nouvel-Bauten so charakteristischen asymmetrischen Fenster- und Nischenausnehmungen der umgebenden Wandflächen. Der Gegensatz zwischen dunkler Außenhaut des Gebäudes und den hellweißen Innenräume verblüfft und konstituiert das Charakteristikum des Baus.
Kubistische Grottenlandschaft
Dazu tragen vor allem die vorherrschend weiß gefliesten oder lackierten Flächen mit unterschiedlich starkem Reflexionsgrad bei, sowie das aus unzähligen Deckendurchbrüchen einfallende Tageslicht. Je nach Tageszeit und Bewölkung akzentuiert es die Farbwirkung der Wasserflächen oder bildet mit seinen diagonalen Lichtbahnen auf den Wänden eine Art zusätzlicher Wandstrukturierung.
Neben dem 1050 m² großen Außenbecken sind es vor allem die unterschiedlich funktional bestimmten Innenbereiche, die den Charakter des Bades bestimmen. Von Wandzonen und kleinen Wasserfällen abgetrennt, bilden sie mit verschiedener Wassertemperatur, Wand- und Deckenstrukturen drei Badezonen: einen ruhigeren Badebereich für die Rekreation, eine Spielzone und einen etwas größeren Schwimmbereich. Eine große Rutsche im Zentrum des Baus, Sprudelbecken, Wasservorhänge und der farbige Kinderspielbereich, bilden zusammen mit dem beheizbaren Außenschwimmbecken die Hauptanziehung des Bades.
Dies gilt vor allem für Wandbereiche, wo Tageslicht zum Beispiel durch Schattenwurf deutlicher hervortritt. Dort sind dann die benachbarten Wandausleuchtungen mit Kunstlicht deutlich darauf angepasst. So erkennt man bei der Lichtplanung deutlich die führende Hand des Architekten, der nicht dekorieren, sondern Raumzusammenhänge schaffen will. Wie bei vielen anderen Nouvel-Bauten wurde auch hier die Lichtplanung im Hause selbst von der Lichtplanerin Odile Soudant klar und einfühlsam bestimmt.
Bei der Beleuchtung der Wasserbecken versucht man nicht zu grell von unten her auszuleuchten als vielmehr die Eigenfarbe und den Flächencharakter des Wassers auch von oben her mit gezieltem Scheinwerfereinsatz zu betonen. Es werden bestimmte Architektur-elemente stärker ausgeleuchtet, wie zum Beispiel Durchbrüche in Decken oder auch Pfeiler, um dort falls notwendig, zu großes Gewicht oder bedrängende Dunkelheit zu vermeiden.
Dabei verwendet man vorrangig verdeckt in Architekturelementen oder Gehäusen untergebrachte Lichtquellen. Aber auch in den übrigen Bereichen, in den Trockenräumen und Verkehrszonen legt man Wert auf eine verdeckte Unterbringung von Strahlern, Scheinwerfern und Leuchtstofflampen bei möglichst flächiger Ausleuchtung der Wände. Zusätzlich kommen an einigen ausgewählten Wandbereichen Lichtprojektionen zum Einsatz: zumeist helle netzartige Strukturen auf vertikale Flächen nahe den Badebecken.
Alle Leuchten in den reinen Badebereichen sind verdeckt eingebaut. Die Beleuchtung in den Umkleide- und Flurbereichen und der Zone der kosmetischen und therapeutischen Dienstleistungen ist ebenfalls indirekt und alle eingesetzten Lichtquellen – sowohl Strahler, Scheinwerfer wie auch Leuchtstoffröhren sind verborgen angebracht. Besonders dunkle Flurbereiche verfügen außerdem über zusätzliche kleine Bodenfluter. Die gesamte Lichtanlage unterliegt einer zentralen Steuerung, in die jedoch manuell eingegriffen werden kann. Die Anpassung an das Tageslicht in den davon betroffenen Beleuchtungsbereichen ist halbautomatisch und kann aber auch manuell vorgenommen werden.
Das neue Bad erfreut sich nicht nur bei der Bevölkerung von Le Havre besonderen Zuspruchs, sondern zieht auch viele Besucher von außerhalb an: Meint ein englischer Besucher: „fast wie an den Klippen von Dover – nur das Wasser ist wärmer und das Licht auch bei Regen schön!“ Christoph A. Hoesch, Vilgertshofen
Jean Nouvel und sein Team haben sich bei ihrer neuen Bade-Architektur im ehemaligen Hafengebiet von Le Havre vor allem dem Licht als wichtigem Gestaltungselement verschrieben. Entstanden ist ein exemplarischer Innenraum, der die Interaktion von Raum, Licht und Wasser neu definiert.
Außen kompakt – innen labyrinthisch
Außen erscheint das 5000 m² große „Badehaus“ auf dem ehemaligen „Quai de la Réunion“ wie eine einstöckige Lagerhalle. Doch das täuscht. Dass das dunkel verkleidete Gebäude zweistöckig ist, erschließt sich dem Besucher erst beim Durchgang durch den traufhohen, großflächig...
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