Lichtsteuerung und Gebäudeautomation auf der Light+Building 2010
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Bediengerät für LED-Beleuchtung von Phillips
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light drive elite von e:cue
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Ciria, das Raumbedienelement von Zumtobel
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Ercos Touch Panel Light Changer+
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OccuPlus-Sensor von Philips zur Steuerung von...
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Jung präsentiert seine iPhone-App als großes Kino
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Vernetzte Welten von Büro- und Gebäudeelektronik...
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Die „Virtual Flowers“ in der Luminale-Präsentation...
Der Palmengarten in Frankfurt, es ist Abend, die Sonne schon untergegangen. Unter einem Baum liegt im Dunkeln eine Schale; darin pulsieren in einem ruhigen Rhythmus farbig leuchtende, abstrakte Blumenmuster. Neugierig nähert sich jemand und hebt die Schale auf. Der Puls der Muster reagiert und wird lebhafter, die Farben intensiver. Der Spieltrieb des Betrachters ist geweckt, er dreht und wendet die Schale. Es erscheinen immer neue Figuren, die bei heftigem Schütteln in explosiven Lichtblitzen gipfeln. Lichtsteuerung magisch – ein Kontrast zur Sachlichkeit im digitalen Themenfeld der diesjährigen Light & Building.
Smartphones, Navis & Co. erziehen uns mit ihren tasten- und knopflosen Oberflächen dazu, die Bedienung von Geräten nicht mehr mit dem haptischen Erlebnis mechanisch betätigter Kontakte gleichzusetzen.
Der gewöhnliche Lichtschalter ist deswegen noch nicht vom Aussterben bedroht, doch sind Sensortaster mit (Multi)Touch-Oberflächen längst keine exotische Randerscheinung mehr.
Jetzt geht´s rund - Bedienelemente im Kreisverkehr
Nach den Tasten sind nun die Drehknöpfe dran. Früher prangte auf edleren Bediengeräten der obligatorische Drehsteller. Seine träge Masse signalisierte Gediegenheit und wollte mit Nachdruck in Bewegung versetzt werden. Jetzt dreht sich da gar nichts mehr. Die Kreisform ist als grafische Reminiszenz zwar erhalten geblieben, doch kündet sie, wenn überhaupt, nur noch als Rinne in der Geräteoberfläche von verflossener mechanischer Herrlichkeit. Darin sind sich eine Reihe von Herstellern verblüffend einig. Philips war bereits vor ein paar Jahren mit den Fernbedienungen für die LED-Objektserie Living Colors Vorreiter und hat inzwischen eine Familie von Bediengeräten zur Wandmontage nachgelegt, die auf den sprechenden Namen ToBeTouched hört. Die Geräte bieten per Fingerstrich über einen Sensorring je nach Ausführung elementare Steuerungsmöglichkeiten für Lichtfarbe und –helligkeit. Die Datenübertragung zu den Leuchten geschieht unter anderem in Form von DMX-Befehlen, DALI-Varianten sind in Vorbereitung.
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Bediengerät für LED-Beleuchtung von Phillips |
e:cue stellt mit light drive elite ein ähnliches Produkt vor. Es ist ebenfalls für die Kommunikation mit DMX-Leuchten ausgelegt, doch mit größerem Funktionsumfang ausgestattet. Man kann damit Farbsequenzen komponieren und abspielen oder Farbverläufe über mehrere Leuchten hinweg erzeugen. Kreisförmig angeordnete Leuchtdioden auf dem Gerät quittieren farbenfroh jede Bedienung.
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light drive elite von e:cue |
Film zum light drive elite von e:cue
Ebenfalls mit einem Ringsensor ausgestattet ist Zumtobels Einzelraumbediengerät Ciria. Der Funktionsumfang entspricht, hübsch aufbereitet, dem gewohnten Komfort seiner Geräteklasse: Alle Raumgewerke vom Licht über den Beamer bis zur Heizung lassen sich sowohl individuell als auch zu Szenen gebündelt beeinflussen. Ein einzelner „Präsentation“-Befehl etwa löst die Kombination „Licht dunkler, Jalousie zu, Leinwand ausfahren, Beamer an“ aus. Drinnen werkelt Zumtobels bewährtes Luxmate-Protokoll. Außergewöhnlich ist vor allem das Design, für das Matteo Thun verantwortlich zeichnet. Mit seiner Anordnung von rechteckigem Anzeigefeld und Sensorring erinnert Ciria zwar an einen übergewichtigen iPod und streicht damit noch einmal heraus, wem wir das Ende der Drehknopf-Ära zu verdanken haben. Aber anders als bei so vielen anderen Sensorbedienfeldern bekommt Ciria durch die Wahl von Glas als Material, durch die Gestaltung des Gehäusevolumens und durch den Wechsel von glänzenden und matten Oberflächen eine Körperhaftigkeit, die das immaterielle Wesen der Sensorik wirkungsvoll kontrastiert und ein wenig mit dem Abschied von der Mechanik versöhnt.
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Ciria, das Raumbedienelement von Zumtobel |
Die Kreismetapher funktioniert auch ganz körperlos, wie weitere Beispiele beweisen: Die Firma b.a.b. technologie bringt eine neue Visualisierung für ihr KNX-Gateway eibport, die vorzugsweise auf einem iPad laufen soll. Per Fingerstrich wischt man durch Untermenüs mit zahlreichen Einstellmöglichkeiten, darunter auch einer Kreisgrafik für die Farbwahl.
Erco entscheidet sich in der Bediengrafik seines Touch Panels Light Changer+ ebenfalls für eine Kreisdarstellung, um Farb- oder Helligkeitswerte zu verändern.
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Ercos Touch Panel Light Changer+ |
Kleine Systeme, große Wirkung
Es muss nicht immer ein ausgewachsenes Bussystem sein, um einer Beleuchtungsanlage Energieeffizienz beizubringen. Firmen wie Philips oder Helvar stellen vergleichsweise unaufwändige, weitgehend vorkonfigurierte Systeme vor und versprechen erhebliche Einsparungen durch tageslichtabhängige Lichtregelung und -abschaltung in verlassenen Räumen. Die Kommunikation mit den Leuchten erfolgt per DALI-Protokoll. Bei Philips heißt das System OccuPlus, es ist um einen an der Decke zu montierenden Multisensor herum konzipiert und kann sowohl im Einzelbetrieb als auch integriert in größere DALI-Systeme laufen. Ein Schmankerl ist die Möglichkeit, fensternahen und –fernen Leuchten automatisch unterschiedliche Dimmwerte zuzuweisen. Der manuelle Betrieb per Fernbedienung ist auch möglich, dazu eignen sich unter anderem die Infrarotversionen der ToBeTouched-Reihe wie auch EnOcean-Taster.
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OccuPlus-Sensor von Philips zur Steuerung von... |
Das Helvar-System namens iDim macht sich noch ein Stück kleiner und besteht aus Komponenten, die sich sämtlich in Leuchten verbauen lassen. Die Funktionsauswahl geschieht hier denkbar einfach mit einem kleinen Drehrad am Gehäuse.
Apple allerorten
Nach vereinzelten Studien vor zwei Jahren war es diesmal soweit: Apps für Apples iPhone &Co. überzuckerten flächendeckend die Messe. Wer was auf sich hält, bringt zur Fernbedienung auch die iFernbedienung unters Volk. Wie atemberaubend schnell die Entwicklung vor allem der letzten Monate war, ahnt man daran, dass noch letzten Herbst auf der Berliner Funkausstellung ifa die von Telefunken auf den Weg gebrachte iPhone-Visualisierung „Mediola“ mit einem Preis für ihren herausragenden Neuheitswert ausgezeichnet wurde. Der Nimbus des Einzigartigen schimmerte auf der Light & Building nicht mehr ganz so hell, auch wenn viele iPhone-Lösungen die große Bühne bekamen, so wie z.B. bei Jung. An anderen Ständen wurden sie aber auch schon mal betont beiläufig aus der Jackentasche gefingert.
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Jung präsentiert seine iPhone-App als großes Kino |
Noch fehlt eine einheitliche Meinung davon, was die neue Mobilität den Anwendern wohl wert sein wird. Die Vorstellungen reichen vom Gratisangebot bis zu stramm zweistelligen Beträgen.
Auch wenn’s ein wenig unterging: Es gibt noch Alternativen! Zwei Beispiele, die wie die iPhone-Lösungen per WLAN mit der Gebäudetechnik kommunizieren: Die Firma Issendorf funktioniert kurzerhand eine Nintendo DS-Spielkonsole zur Fernbedienung um, und die vor allem im Home Entertainment bewährte Serie der Pronto-Universalfernbedienungen war nicht nur beim Hersteller Philips zu sehen.
Drahtlos in Frankfurt
Geht es nur darum, Schaltimpulse oder Statusmeldungen drahtlos zu versenden, muss es kein WLAN sein, dann reichen auch deutlich einfachere Funklösungen. Die bekannteren Vertreter sind ZigBee, Z-Wave und das batterielose EnOcean-System.
Die beiden Erstgenannten haben in Europa und speziell im deutschsprachigen Raum bislang noch wenig Verbreitung gefunden. Auf der Messe musste man nach Produkten suchen, und bei manchen Geräten offenbarte sich erst auf Nachfragen, was da unter der Haube steckte. Einzig LeGrand stellte sein Engagement für ZigBee groß heraus und zeigte Anwendungsszenarien für Funklösungen in Kombination mit Geräten für den Powerline-Datenaustausch via Stromleitung oder zusammen mit dem hauseigenen, drahtgebundenen SCS-Bus.
Die Z-Wave Alliance war immerhin mit einem eigenen Stand vertreten, dort präsentierten sich vor allem Firmen, die im europäischen Raum weniger bekannt sind. EnOcean stellte in diesem Jahr die Möglichkeit zu bidirektionaler Kommunikation vor. Damit ist ein wesentlicher Nachteil im Vergleich zu den konkurrierenden Funkstandards ausgeräumt. Ein Bediengerät kann nun nicht mehr nur Schaltbefehle aussenden, sondern auch Rückmeldungen über eine erfolgreiche Befehlsausführung empfangen und anzeigen. Der rasante Aufstieg von EnOcean in letzter Zeit ist vor allem der bewussten und offensiv kommunizierten Hinwendung zu den anderen, etablierten Standards der Gebäudekommunikation zu verdanken: Gateways zu KNX, LON oder BACnet sind teilweise schon seit einigen Jahren erhältlich und erleichtern die Integrierbarkeit.
Wie etabliert das EnOcean-System bereits ist, zeigt z.B. der Firmensitz von SAP in Walldorf. Dort ist es gemeinsam mit KNX verbaut – und das, obwohl KNX durchaus über einen eigenen Funkstandard verfügt.
Ein PC ist eine Fernbedienung ist ein PC ist eine...
Der parallel zur Messe ablaufende Kongress „Building performance“ gab einen Ausblick auf eine Zukunft nach den heutigen Bussystemen. Das Zusammenwachsen von Gebäude- und Rechnernetzen mit Ethernet als technischer Grundlage ist für viele Experten ausgemachte Sache und zog sich als Tenor durch viele Vorträge. Schon heute wird Ethernet in gängigen Bussystemen für übergeordnete Leitfunktionen verwendet, künftig wird es sich auch in Richtung einzelner Sensor- oder Bedienfunktionen ausbreiten. Ein Beispiel dafür ist die bereits praktizierte Netzintegration von Bürorechnern oder ethernetfähigen Bürotelefonen, so genannten IP-Phones, zu Bedien- und Anzeigezwecken.
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Vernetzte Welten von Büro- und Gebäudeelektronik... |
Der Vortrag der Firma Raumcomputer galt dem Prototyp eines „Raumassistenten“. Das ist ein Sensor, der in einem kleinen Gehäuse Präsenz, Lichtverhältnisse, Temperatur und Luftqualität erfassen soll und am Arbeitsplatz angebracht wird. Die Datenübermittlung zur Licht- oder Klimaanlage wie auch die Stromversorgung erfolgen über einen Ethernet-Anschluss. Läuft auch die Bedienung wie bei den oben genannten IP-Phones über das Ethernet, muss keine zusätzliche Busverkabelung mehr verlegt werden. Der Verkabelungsaufwand bei der Neuanordnung von Arbeitsplätzen beschränkt sich dann darauf, die Geräte in die nächstgelegene Datensteckdose umzustöpseln. Der ehemals reine Netzwerkausrüster Cisco wittert neue Chancen durch die Einbeziehung von Gebäudenetzwerken in seine Geschäftsmodelle. Die Rechnung geht so: Cisco hat bereits Erfahrungen mit dem Energiemanagement von Büroelektronik. Damit haben sie einen relevanten Teil der Energieverbraucher im Griff, denn in hochgerüsteten Bürogebäuden stellt die Informationstechnik rund ein Viertel des gesamten Energiebedarfs, mehr als doppelt soviel wie die Beleuchtung. Unter dem Begriff EnergyWise stellte Cisco nun Ideen vor, wie sich ihre Konzepte mit wenig Aufwand auf die übrige Gebäudetechnik übertragen lassen sollen.
Magie mit Maschinenraum
Die Installation im Palmengarten hieß übrigens „Jing-Hua, Virtual Flowers“ und stammte von Jifei Ou, der sie im Rahmen eines Entwurfsseminars an der Hochschule für Gestaltung in Offenbach schuf.
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Die „Virtual Flowers“ in der Luminale-Präsentation... |
Über Funk nimmt ein PC die Signale eines in der Schale verbauten Beschleunigungssensors auf. Ein in der Sprache „processing“ geschriebenes Programm übersetzt die Bewegungsdaten in grafische Muster, die schließlich ein in den Baum gehängter Beamer auf die Schale projiziert. Selbst die Magie hat einen Maschinenraum…
Prof. Markus Gehnen, Bochum


