Nachtschwärmen und Tiefseetauchen

Unterführung in Karlsruhe

Im Dunkeln schwärmen sie aus, die gelbgrünen Falter, übergroß, mit durchscheinenden Flügeln. Sie fliegen quer vorüber, kreuzen den Weg. Sekunden nur, dann ist es vorbei. Der Beobachter rauscht weiter durch die Karlsruher Nacht, im Auto oder in der Straßenbahn, die skurrile ­Szenerie bleibt ihm im Kopf.

Auf hinterleuchteten Glasscheiben in einer Karlsruher Gleisunterführung zeigt sich das Bild von Schmetterlingen, nur erkennbar in der Fortbewegung des Betrachters. Verweilt er jedoch auf einer Position, bleibt das Motiv abstrakt. Grund dafür ist eine ebenso alte wie wirkungsvolle Technik: Mit der Anamorphose verwandelten sich schon in der Renaissance stark verzerrte Motive in figürliche Abbildungen. „Abhängig vom Winkel und vom Standort verändert sich das Bild, mit der Bewegung des Betrachters gerät auch das Motiv in Bewegung. Das funktioniert in jeder Geschwindigkeit,“ erklärt der Architekt...

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