Zwischen den Flügen
VIP-Lounge am Flughafen München-
Fotos: Florian Holzherr, München
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Ruhige unaufgeregte Farbgebung und Materialien,...
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Nach dem Entree öffnet sich der Raum zu einem...
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Geneigte Wandelemente geben den Raumfolgen eine...
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Die Lamellendecke bildet die sanft geschwungene...
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Die Suite Schloss Nymphenburg mit kleinen...
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Eine Tapententür in der mit Samt bezogenen Wand...
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Grundriss, M 1:500
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Querschnitt Empfang, M 1:75
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Erich Gassmann, München
www.egassmann.de -
Tina Aßmann, München↓
www.tina-assmann-innenarchitektur.de
Die VIP Lounge im Flughafen München ist die zeitgemäße Umsetzung einer Idee, die Fortschritt und Tradition miteinander vereint. Heimische Hölzer und Materialien, die man als bayerisch empfindet, wie Loden, Filz, Leder und breiten Eichendielen kommen hier unter größtmöglichem Tageslichteinfall zu Einsatz.
Das erklärte Ziel der Planung für die VIP-Lounge im Münchener Flughafen war es, ein Stück Ruhe und Gelassenheit im turbulenten Arbeitsalltag, eine Portion Urlaub zwischen zwei Terminen, eine perfekte Arbeitsoase mit modernster technischer Ausstattung, internationales Flair mit bayerischen Akzenten zu schaffen.
Im Südflügel des Terminal 1 stehen den Gästen auf 1 200 m² vier separat nutzbare Suiten, ein zentraler Loungebereich mit Gastronomie, Business Corner und abgetrennte Arbeitsräume, Ruhebereiche, Duschen und Umkleiden, ein überkonfessioneller Gebetsraum sowie ein eigener Smoking Corner zur Verfügung. Angelehnt an die alpine Bergwelt, werden die Raumfolgen zu Teil von schräg stehenden Wänden gebildet, die das Volumen im Wechsel einengen und weiten.
Material
Der Anspruch an Material und Verarbeitung manifestiert sich auf verschiedenen Ebenen – von den mit Eichenholz beplankten und mit handgefertigten Messingbeschlägen ausgestatteten Türen, der Verarbeitung von einem Baumstamm für die massiven Holztische bis zum sinnlichen Erleben der duftenden Zirbenkiefer im Relaxraum.
Bereits im Empfangsbereich wird der Reisende mit einem typisch bayerischen Motiv begrüßt: eine Wand aus unbehandelten Lärchenholzschindeln bekleidet die Rückwand des Empfangscounters, der sich aus der dynamisch geformten Wand entwickelt. Der erste Weg vom Entrée führt an die Bar und einem locker möblierten Bereich mit Sitzbank. Von dort blickt man bis in die Tiefe der Lounge mit ihren „Fluchten und Schluchten“. Die freie Möblierung in Grüntönen korrespondiert mit der umlaufend mit Wollstoff bezogenen Sitzbank und der Kupferbeschichtung der Rückwand der Bar.
Bequeme Ledersofas und Sessel laden auch in der zweiten Lounge zum Verweilen ein. Selbst aus der gegenüber liegenden Smoking Corner ist durch die großflächige Glasscheibe der Ausblick auf das Rollfeld gewährleistet. Handgefertigte Tische aus massiver Esche mit gezinkten Verbindungen repräsentieren die bayerische Handwerkskunst.
Funktionen
Wer bei seinem Aufenthalt in der Lounge nicht nur Entspannung sucht, kann in der Konferenzsuite Schloß Neuschwanstein Besprechungen mit bis zu 10 Personen abhalten. Hier verbinden sich alpine Motive wie die Wandbekleidung aus massiv gespaltenem Holz mit modernster Konferenztechnik. Die komplette Medientechnik mit Beamer und elektrisch fahrbarer Leinwand sowie Verdunklungsvorrichtungen sind in die Decke aus geformten Lamellen integriert.
Die Business Corner bieten – neben der Entspannung an der Bar oder in den Suiten das passende Ambiente für ruhiges Arbeiten und Kommunizieren. In die Wand eingeschnittene, mit Filz ausgepolsterte Nischen mit schwebenden Tischplatten aus massiver Eiche sind mit den notwendigen Anschlüssen für zeitgemäße Kommunikationsmittel ausgestattet.
Und wer ein gediegeneres Ambiente für eine Besprechung oder ein geschäftliches Dinner bevorzugt, wird in der Suite Schloß Schleißheim heimisch werden. Durch eine Tapetentüre mit der Konferenzsuite Neuschwanstein verbunden, ist die lichtdurchflutete Suite die ideale Ergänzung zum formellen Meeting. Die Wandverkleidungen aus Samtstoff, raumhohe halbtransparente Vorhänge und die Möblierung aus geöltem Nussbaum, Leder oder Stoff und bayerische Accessoires wie ein echtes Hirschgeweih machen die behagliche Atmosphäre aus. Die gewellte Lamellendecke (in jeder Suite individuell gestaltet) bildet die typische sanfte Hügellandschaft in Bayern nach. Abgehängte Deckenleuchten und die dekorative Lichtelemente ergänzen die in die Decke integrierten Spotlights.
Die Suite Schloß Linderhof ist mit privatem Bad, Lounge- und Arbeitsbereich ausgestattet. Organische Formen der freien Möblierung und Beleuchtung und die florale Wandbespannung aus Samt in kräftigen Pink- und Rosatönen stehen im Kontrast zu den historischen Abbildern der Königsfamilie.
Die VIP-Bäder sind großzügig bemessen. Ausgewählte Materialien und Farben in den unterschiedlichen Sanitärbereichen sorgen für die nötige Entspannung während einer Reisepause.
Licht
Dezent oder intensiv, stets einladend und stimmungsvoll so lässt sich in kappen Worten die Beleuchtung der Lounge beschreiben. Im Wesentlichen sind es zwei Beleuchtungskomponenten, die das harmonische Gesamtbild aus Raumstruktur, Materialien und Accessoires unterstützen.
Eine Komponente ist das „dienende“ Licht – Leuchten, die im Hintergrund wirken, also nicht vordergründig in Erscheinung treten, wie zum Beispiel die in allen Lamellendecken vertretenen, zurückversetzten Richtstrahleeinheiten, deren warmes und brillantes Licht gezielt Objekte modelliert und die Materialität der verschiedenen Hölzer, Lederbezüge, Stoffe und Metalle inszeniert. In den offenen Lounge-Bereichen kamen Einbau-Richtstrahler für Halogenmetalldampflampen (35/70 W 3 000 K) mit verschiedenen Ausstrahlwinkeln zum Einsatz. Ein eigens entwickeltes Aufnahmegehäuse bindet die Doppelstrahlereinheiten einfach und elegant in die hochwertige Lamellendecke aus Metall ein. Für eine intimere Atmosphäre in den Suiten sind die Richtstrahler mit Halogenglühlampen bestückt und mit einem höhenverstellbaren Aufnahmegehäuse in die aufwendige Gips-Lamellendecke mit ihrer individuellen Wellenstruktur integriert.
Daneben gibt es weitere, diffuse Lichtquellen aus Fugen und Versprüngen, die Durchgänge oder Einschnitte hervorheben. In Bereichen mit Gipsdecken wurden zahlreiche größer formatige, diffus abstrahlende Einbauleuchten mit einem flächenbündigen Gipsgehäuse eingesetzt, jeweils drei verschiedenen Größen. Diese Einbauart lässt die Integration der Leuchten in die Decke wie aus einem Guss erscheinen.
Die zweite Lichtkomponente bilden die Objektleuchten, bei welchen neben der Lichtwirkung auch die gestaltete Form wichtig ist. Besonders die Suiten mit den Bädern und auch die WC-Bereiche sind ganz individuell und unverwechselbar mit mal sachlichen, mal bewusst aufregenden Leuchtenkompositionen bestückt. Die in Bezug auf Form, Farbe und Materialität auf die jeweiligen Raumbereiche abgestimmten Designleuchten sind sowohl Blickfang als auch persönliche Lichtkomponente.
Planer/BBe
Baudaten
Bauherr: Flughafen München GmbH
Architekt/Innenarchitekt: Erich Gassmann, Tina Aßmann, München
Mitarbeiter: Philipp Hutzler, Andreas Obermüller, Sebastian Filutowski
Lichtplaner: Tropp Lighting Design, Weilheim
Projektdaten
Bauzeit: November 2011 bis Juni 2011
Nutzfläche: 1 200 m²
Zum Thema
www.tina-assmann-innenarchitektur.de
Produkte
Eichendielen gebürstet und geölt: Admonter, www.admonter.at
Beleuchtung: XAL GmbH, www.xal.com ; Moooi, www.moooi.com ; Tobias Grau GmbH, www.tobias-grau.com
Möblierung: Walter Knoll AG & Co. KG, www.walterknoll.de ; Arper spa., www.arper.com ; COR Sitzmöbel Helmut Lübke GmbH & Co. KG, www.cor.de ; B&B Italia spa., www.bebitalia.it ; Zanotta spa., www.zanotta.it; Classicon GmbH, www.classicon.com
Textilien: Kinnasand GmbH, www.kinnasand.com
Beschläge: FSB Franz Schneider Brakel GmbH + Co KG, www.fsb.de
Armaturen: Dornbracht GmbH & Co. KG, www.dornbracht.com ; Vola a/s, www.vola.com; Hans Grohe Deutschland Vertriebs GmbH, www.handgrohe.de


